Kennst du schon all die wunderbaren Arten des weiblichen Orgasmus?

Im heutigen Beitrag und Video (ganz unten) zeige ich dir 7 Tore zum weiblichen Orgasmus:

Ich möchte nicht ausschließen, dass es noch mehr wunderbare Tore gibt. Zudem kann auch jeder Mensch trainieren, an bestimmten Stellen seines Körpers zum Orgasmus zu kommen. So können z.B. einige ab dem Hals gelähmte durch Berühren ihrer Ohren zum Orgasmus kommen. Heute geht es aber erst einmal um die Klassiker und einige gut gehütete Geheimnisse.

Mit Liebe und Neugier deinen Körper erforschen

Welche dieser Orgasmusarten du ausprobieren möchtest und genießen kannst, bleibt völlig dir überlassen – ich hoffe, dass dir das Video hilft, deinen Körper noch besser kennen zu lernen und vielleicht mal etwas Neues zu erforschen. Was ich aber keinesfalls möchte ist, dass du jetzt anfängst, dir Stress zu machen, um alle Tore schnell zu durchschreiten – denn Leistungsdruck kann nun wirklich keiner gebrauchen, und schon gar nicht beim Sex. Ich selbst kenne z.B. den Rachenorgasmus auch noch nicht und kann daher im Video nur aus dem Hörensagen sprechen.

Daher: bleib entspannt, erforsche mit Liebe und Neugier, was du erforschen möchtest und lass kommen, was kommen mag.

Orgaskan(n) statt Orgasmus(s)

81% der deutschen Frauen brauchen keinen Orgasmus, um Sex befriedigend zu finden. Denn wir alle wissen oder ahnen, dass Sex so viel mehr sein und uns geben kann: Nähe, Zärtlichkeit, Verbundenheit, Nervenkitzel, Entspannung, und und und. Keiner muss also einen Orgasmus haben, und schon gar nicht X verschiedene Arten. Deswegen finde ich auch die Wortschöpfung „Orgaskan(n)“ statt Orgasmus(s) eigentlich viel schöner.

Und: einige Vertreter von z.B. Tantra, Tao, Karezza gehen davon aus, dass wir (außer wenn wir uns fortpflanzen wollen) den (klassischen, punktuellen) Orgasmus vermeiden sollten, um unsere Energie zu bewahren und im inneren Gleichgewicht zu bleiben. Manche Menschen haben gar nach dem Orgasmus ein Hangover wie nach Drogen oder einem Alkoholrausch. Es gibt Hinweise, dass dies alles hormonell bedingt sein könnte. Da es hierzu aber (noch) keine allgemeingültigen, wissenschaftlichen Studien gibt, bleibt es dir überlassen herauszufinden, ob es dir mit oder ohne Orgasmen langfristig besser geht.

Jetzt aber erst mal zu den 7 Toren:

Der Klassiker: Die Klitoris

Die meisten weiblichen Orgasmen sind wohl diesem wunderbaren Organ zu verdanken, dessen Hauptaufgabe unsere weibliche Lust ist. Hier enden ganze 8000 Nerven – und das macht die Klitoris zum empfindlichsten Organ im ganzen menschlichen Körper!

Was viele aber nicht wissen (und uns auch kein Schulbuch gezeigt hat) ist, dass die Klitoris nicht nur aus der kleinen, leicht spürbaren Perle besteht, sondern auch noch einen Schaft Schenkel und Schwellgewebe rund um den Vaginaeingang umfasst. Für viele Frauen ist die Stimulation dort angenehmer als direkt an der Perle, die oft sehr empfindlich ist. Wenn du also auf Vaginaeingangsorgasmen stehst, sind auch das eigentlich noch klitorale Orgasmen.

Die Sagenumwobene: Deine Vagina

Um die Vagina ranken sich seit viele Streits und Mythen – meist unter Männern. Die einen behaupten, sie wäre ein empfindungsunfähiger Schlauch, Freud war der Meinung, nur ein vaginaler Orgasmus sei ein „reifer“ Orgasmus, Ernst Gräfenberg, Chua Chee Ann und Andere meinten, den EINEN Zauberpunkt in der Vagina gefunden zu haben.
Ich denke und erlebe immer wieder in meiner Praxis, dass jede Vagina anders ist und andere Lustzonen hat – und oft auch taube oder schmerzhafte Stellen. Daher finde ich, dass jede Frau selbst, mit einem Partner oder in der sexologischen Körperarbeit erforschen sollte, wo ihre Lustzonen sind. Zudem lassen sich die Empfindungsfähigkeit und das Lustempfinden auch nach und nach erweitern.

Eine anatomisch plausibel erklärbare Lustregion ist die G-Zone (ich nenne sie auch gern Göttinnenzone): die liegt recht nah am Eingang, bis ca. einen halben Finger in deiner Vagina, Richtung Bauch und fühlt sich etwas rauer an als der Rest deiner Vagina. Du kannst sie mit einer Komm-Her-Bewegung oder einem passenden Dildo/Vibrator stimulieren. Damit erreichst du das erektile Gewebe, das rund um deine Harnröhre liegt und v.a. dafür sorgen soll, dass du weniger Harnwegsinfektionen bekommst. Das kann sich bei wenig Erregung noch eher wie „Mal müssen“ anfühlen, wird aber mit zunehmender Erregung oft angenehmer. Und: hier liegen auch die Skene-Drüsen, die für die weibliche Ejakulation (Squirting) verantwortlich sind.

Die Unerforschte: Deine Zervix

Zervikale Orgasmen habe ich vor einigen Jahren, als noch kaum jemand darüber gesprochen hat, eher zufällig entdeckt. Ich war wahnsinnig verliebt in einen Mann, dessen Penis nicht zu groß war für meine Vagina und der meine Zervix (den Gebärmutterhals) beim Sex immer wieder sanft „geküsst“ hat, statt hart dagegen zu stoßen. Die Orgasmen, die ich so erleben durfte (und bis heute immer wieder genieße) sind intensiver, länger und anders, als ich das bisher von Klitoris und Vagina kannte.
Zervikale Orgasmen werden oft als „mit allem eins sein, sich ganz hingeben, komplett entspannen, wegspacen, kraftvoll, im ganzen Körper ein ekstatisches Kribbeln“ beschrieben. Klingt wie Drogen nehmen? Ist es auch ein bisschen, denn beim zervikalen Orgasmus wird durch den Vagusnerv im Gehirn natürliches DMT freigesetzt. Sonst kennt man DMT auch von LSD und Ayahuasca – dann aber natürlich in höheren Dosen.

Wenn du wissen willst, wo deine Zervix liegt: am oberen Ende deiner Vagina – sie ist der untere Teil Deiner Gebärmutter und fühlt sich an wie ein kleiner Donut. Manche Frauen kennen sie schon von der natürlichen Familienplanung oder Geburt.

Allerdings: bei vielen Frauen ist die Zervix taub oder sogar schmerzhaft. Das kann z.B. daran liegen, dass hier viele unangenehme Erfahrungen oder sogar Traumata gespeichert werden. Wenn du aber deine Zervix immer wieder achtsam berührst, hinfühlst und alle aufkommenden Gefühle da sein lässt, statt sie wegzudrücken, kannst du sie nach und nach besser spüren.

Der Schambesetzte: Dein Anus

Das ist ein Tor, vor dem viele erst einmal zurückschrecken – sei es, weil es eben sehr schambesetzt ist und als schmutzig wahrgenommen wird (oder sogar religiös verboten ist), oder weil wir früher schon schmerzhafte Erfahrungen damit gemacht haben. Doch einmal erforscht kannst du hier entdecken, wie wild, kraftvoll und animalisch sich Orgasmen anfühlen können!

Jenseits der Genitalien: Deine Nippel

Ja, du hast richtig gelesen: einige Frauen können durch bloße Stimulation ihrer Nippel zum Orgasmus kommen! Dabei werden im Hirn die gleichen Areale aktiviert wie wenn du deine Klitoris stimulierst – und entsprechend kraftvoll, aber auch eher kurz, fühlt sich dieser Orgasmus oft an.
Die Taoisten kannten diese Lustzone schon vor Tausenden von Jahren, heute wird sie langsam wiederentdeckt. Und: durch die Nähe zum Herzen kann dieser Orgasmus auch ein echter „Herzöffner“ sein!

Das große Geheimnis: Dein Rachen

Noch unbekannter als die Nippel ist wohl nur das orgasmische Potenzial deines Rachens. Durch Stimulation der Rückseite deines Rachens (mit einem Finger oder Penis beim Blasen/Deep Throating) kannst Du ebenfalls zum Orgasmus kommen! Deine Stimmbänder sehen übrigens auch einer Vagina sehr ähnlich! Stimuliert wird hier der Vagusnerv, den wir auch schon von der Zervix kennen. Manche Frauen sollen sogar schon beim Singen zum Orgasmus gekommen sein und andere berichten von einem Ejakulat aus dem Mund. Wissenschaftlich Studien gibt es dazu leider noch nicht.

Dein ganzer, wunderbarer Körper

Vielleicht hast du es schon erlebt, dass sich das Orgasmusgefühl nicht nur auf eine Körperregion begrenzt hat, sondern durch deinen ganzen Körper geflossen ist – und von den Zehen bis zu den Fingerspitzen und den Kopf spürbar war. Dass der Orgasmus und die Ekstase noch viel länger angehalten haben als gewöhnlich und du im Genuss fast zerflossen bist.

Manche Tore zum Orgasmus, wie die Zervix, machen diese Art von Orgasmus leichter als andere. Was auch hilft, ist Entspannung: wenn dein ganzer Körper entspannt ist (statt dem klassischen starken Anspannen und dann im Orgasmus lösen), können die orgasmischen Wellen leichter durch deinen Körper fließen. Und natürlich gibt es auch viele tolle Übungen, um deine sexuelle Energie im Körper aufsteigen und sich ausdehnen zu lassen.

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