Sehnst du dich nach mehr Entspanntheit und weniger Leistungsdruck im Bett? Oder möchtest du einfach deinen Körper und deine Lust noch mehr spüren können?

Dann könnte die Berührungs- und Genitalmeditation spannend für dich sein! Eine neue Möglichkeit für sinnliche Stunden mit deinem*r Liebsten: eine erotische Meditation zu zweit. Schau dir das Video (ganz unten) an und berichte gern von deinen Erfahrungen!

3 Varianten, eine Grundidee

Es gibt 3 Varianten mit jeweils verschiedenen möglichen Berührungen:

  • Berührungsmeditation: Der Körper wird berührt (z.B. Beine, Bauch, Brüste, Gesicht)
  • Genitalmeditation: Vulvina oder Penis werden berührt
  • Analmeditation: Der Anus wird berührt.

Das Schöne an allen Varianten ist: es darf alles, und es muss nichts passieren. – übrigens auch ein tolles Motto für erfüllenden Sex 😉

Das heißt, dass es nicht darum geht, irgendein Ziel zu erreichen (z.B. einen Orgasmus, große Lust oder Erregung, anschließenden Sex), sondern einfach nur um das intensive Spüren deines Körpers und allem, was dabei so aufkommt. Das kann Lust, Genuss und Entspannung sein, vielleicht zeigen sich aber auch alte Schmerzen, Traurigkeit oder etwas ganz Anderes.

Wie geht das?

Zunächst einmal brauchst du eine*n Partner*in und dich, eine entspannte Atmosphäre und etwas Zeit. Ihr einigt euch, wer zuerst gibt (=der*die Geber*in, kurz Geber) und empfängt (=der*die Empfänger*in, kurz Empfänger).

Ihr einigt euch auf eine klar definierte Berührung – am Körper, genital oder anal – und die wird dann 15 Minuten in meditativer Langsamkeit wiederholt– mit voller Präsenz und Präzision des Gebers, gleichbleibender Geschwindigkeit und Druck. Ihr könnt einmal 15 Minuten machen, oder 15 Minuten die erste, dann 15 Minuten die zweite Berührung. Danach wechselt ihr die Rollen.

Bevor es losgeht, könnt ihr euch erst einmal entspannen und annähern, indem sich der Empfänger entspannt hinlegt, der Geber die Hände z.B. auf den Bauch und die Brust legt und ihr einige tiefe Atemzüge miteinander nehmt. Und dann geht es los mit der ersten Berührung.

Während der Berührung könnt ihr beide tief atmen, am Anfang den optimalen Druck und die optimale Geschwindigkeit (laaaangsam wie ein Faultier ;)) finden und Euch dann ganz auf die Berührung konzentrieren. Als Geber kannst du den Empfänger immer mal wieder daran erinnern, die Aufmerksamkeit zurück zur Berührung zu bringen und den Körper und Beckenboden ganz zu entspannen.

Zum Schluss der Meditation ist es schön, wenn der Empfänger noch eine Weile vom Geber gehalten wird und danach Zeit und Ruhe zum Nachspüren bekommt.

Eine Meditation für beide Seiten

Als Empfänger bringst du deine Aufmerksamkeit immer wieder zur Berührung und in deinen Körper zurück, entspannst Beckenboden und Körper und beobachtest deine Empfindungen. Auch Gefühle und Gedanken kommen natürlich auf. Lass die Gefühle am besten einfach da sein, beobachte, wie sie wie eine Welle stärker werden und auch irgendwann wieder abflauen und gehen. So können sich alte, gespeicherte Gefühle langsam lösen. Ablenkende Gedanken kannst du ziehen lassen wie Wolken am Himmel und deine Aufmerksamkeit immer wieder zurück zur Berührung bringen. Das ist am Anfang oft gar nicht so leicht, aber du wirst merken, wie durch das ständige Zurückkehren dein Spürsinn und die Wahrnehmung für deinen Körper immer feiner werden.

Als Gebender bringst du deine Aufmerksamkeit immer wieder in deine Hand oder deinen Finger und das präzise, langsame Wiederholen der Berührung. Du kannst auch versuchen, Liebe und Wärme aus deinem Herzen in deine Hände fließen zu lassen. So wirst du nach und nach zum wahren Meister der Berührung.

Was hast du davon?

Oft ist es für uns total ungewohnt, dass wir ganz absichtslos berührt werden. Allein schon das kann sehr bereichernd, entspannend und befreiend sein.

Zudem lernst du, deinen Körper feiner zu spüren und bewusst deine Aufmerksamkeit in deinen Körper zu bringen. Das hilft dir, wenn du z.B. beim Sex noch mehr spüren oder weniger abschweifen möchtest.

Und du lernst, deinen Körper und dein Becken zu entspannen – das kann dir ganz neue Welten in deiner Sexualität (jenseits des klassischen Anspannens und beim Orgasmus entspannen) eröffnen. Wenn du aus einer Entspannung heraus orgasmierst, ist das oft viel intensiver, umfassender und länger als das, was du vielleicht bisher kanntest.

Wenn du dich von deinem Schoß abgeschnitten fühlst, er taub ist oder du oft Schmerzen hast, kann die Berührungs- und Genitalmeditation eine sanfte Methode sein, um diese Blockaden und Schmerzen zu lösen. Vielleicht ist sie aber auch schon zu viel/überwältigend für Dich – schau daher immer selbst, was und wie viel dir gut tut.

Vielleicht wirst du auch alte Scham abbauen und deinen Körper mit mehr Liebe betrachten und annehmen.

Wenn dir das Video gefallen hat, freue ich mich über einen Daumen hoch bei Youtube!

Welche Erfahrungen hast du mit der Berührungs- und Genitalmeditation gemacht?