Was macht Sex wirklich erfüllend? Den*die Partner*in perfekt zu befriedigen? Oder dich selbst wohl zu fühlen mit dem, was du bist, wie du aussiehst, was du tust – und dich endlich fallen lassen zu können?

Wirklich erfüllender Sex fängt bei dir an – und zwar damit, dass du dich selbst liebst.

Für mich heißt Selbstliebe, dass du dir selbst eine gute Freundin, eine gute Mutter und ein guter Vater bist. Dass du liebevoll mit dir selbst umgehst – eben so, wie du es mit einem guten Freund oder deinem Kind tun würdest. Und das natürlich nicht nur, wenn alles gerade super läuft, sondern auch in schwierigen Zeiten.

Selbstliebe heißt nicht, dass du dich besser oder wichtiger finden sollst als alle anderen – das wäre Egoismus oder Narzissmus. Es heißt, dass du weder unter, noch über anderen stehst. Es heißt also auch, dass du dich und deine Bedürfnisse nicht unter die Anderer stellst.

Denn das machen wir ganz oft beim Sex: wir wollen dem Partner oder der Partnerin so sehr gefallen und alles richtig machen, dass wir uns selbst und unsere Lust, unsere Bedürfnisse und Grenzen außer Acht lassen. Und dann merken wir manchmal erst hinterher, dass gerade irgendwas schiefgelaufen ist.

Damit du also in Zukunft nicht mehr in solche Situationen gerätst, verrate ich dir im Video und in diesem Artikel 7 Selbstliebe-Tipps und -Übungen für erfüllenden Sex.

Selbstliebe-Tipp 1: Liebe deinen Körper

Bist du auch beim Sex verunsichert, weil man an deinem nackten Körper jeden vermeintlichen Makel sehen könnte? So geht es leider sehr vielen Menschen – gerade heute, wo wir ständig mit unrealistischen Bildern gephotoshopter Models konfrontiert werden. Und so schaffen wir bei jeder Abweichung von diesen Idealen in unserem Kopf eine „Problemzone“. Genauso gut könntest du diese Körperstellen als schön und natürlich bewerten – die Wahl liegt bei dir!

In diesem Vlog verrate ich dir, wie du deinen Körper noch mehr lieben lernen kannst: Selbstliebe lernen: 5 Dinge, die mir geholfen haben meinen Körper lieben zu lernen

Ein weiterer Grund, dich zu entspannen: wenn ihr zusammen im Bett gelandet seid, findet dich dein Sexpartner mit ziemlicher Sicherheit sehr sexy!

Also gönn es dir, dein Gedankenkarussell rund um die Frage „Bin ich sexy?“ abzuschalten und selbstbewusst mit ja zu beantworten! Denn so kannst du deine ganze Aufmerksamkeit dem Sex widmen und dich endlich fallen lassen.

Selbstliebe-Tipp 2: Lerne, deine Bedürfnisse und Grenzen zu spüren – und für sie einzustehen!

Damit sich Sex für dich wirklich gut anfühlt, hilft es, wenn du Spüren kannst, was du willst und was nicht. Und danach kommt dann der nächste Schritt: das auch Auszusprechen.

Vielleicht fällt dir das heute noch schwer, weil du befürchtest, den Anderen vor den Kopf zu stoßen, oder sogar ganz von ihm abgelehnt zu werden. Oder weil wir du die perfekte Liebhaberin sein möchtest– und denkst, dass es dazugehört, alles Mögliche mitmachen zu müssen.

Probiere es stattdessen mal mit folgender Herangehensweise: „Ich bin gut so, wie ich bin – und meine Bedürfnisse sind genauso wichtig wie die meines Partners. Und selbst wenn er mich ablehnt oder wir uns streiten, werde ich immer noch gut mit mir selbst klarkommen und mich selbst beruhigen können.“

Selbstliebe-Tipp 3: Lerne deinen Schoß kennen und lieben

Am besten entdecken kannst du deine Vulvina (oder natürlich auch deinen Penis) mit Solosex.

Gerade uns Frauen hilft es auch, unsere Vulvina mal im Spiegel anzuschauen – denn sonst sehen wir sie ja im Alltag nicht. Und wenn du beginnst, regelmäßig in deine Vulvina hineinzuspüren und sie zu fragen, was sie sich wünscht, wirst du merken, dass dort eine Quelle von tiefer Weisheit sitzt, die du vielleicht bisher noch gar nicht genutzt hast.

Selbstliebe-Tipp 4: Erzähle dir Geschichten über dich, die dich beflügeln

Ich vermute mal, dass du einen besonders anstrengenden Zeitgenossen auch schon kennst: deinen inneren Kritiker. In allen möglichen Lebensbereichen und -situationen schaltet er sich ein und erzählt uns, dass wir nicht gut genug sind, oder etwas noch nicht gut genug können.

In Bezug auf Sex sagt er vielleicht:

  • Du kriegst das alles einfach nicht hin mit dem Sex.
  • Stell dich doch nicht immer so an! Da ist doch nichts dabei!
  • Wie verklemmt kann man eigentlich sein?
  • Warum kannst du dich denn nicht einfach fallen lassen?
  • Boah, du bist einfach unfähig, zum Orgasmus zu kommen!
  • Dich will doch eh keiner haben!

Wenn du das so liest, fällt dir bestimmt auf, dass du so NIE mit einem guten Freund oder einer Freundin reden würdest.

Und deswegen macht es auch keinen Sinn, mit dir selbst so zu reden.

Wenn also das nächste Mal der innere Kritiker kommt, kannst du ihm sagen: „Danke, jetzt nicht.“ – gefolgt von einem positiven Satz (auch Affirmation genannt), z.B.:

  • Ich erschaffe mir das Sexleben, das ich mir wünsche.
  • Meine Bedürfnisse und Grenzen sind wichtig und ich sorge gut für mich.
  • Ich bestimme, wie ich meine Sexualität leben möchte – und ich muss nicht alles mitmachen.
  • Ich bin eine gute Liebhaberin/ ein guter Liebhaber.
  • Mein Körper ist perfekt, wie er ist – und er verdient es, geliebt zu werden.
  • Ich bin sexy und wunderschön.
  • Ich bin eine leidenschaftliche, lustvolle Frau.
  • Ich kann jederzeit Lust, Genuss und Ekstase spüren.

Welcher dieser Sätze könnte dich jetzt gerade beflügeln?

Du kannst dir diesen Satz dann übrigens auch in allen anderen Lebenslagen sagen – z.B., wenn du vor dem Spiegel stehst, bevor du einschläfst, morgens nach dem Aufwachen, usw.
So schleicht sich dieser Gedanke immer mehr in dein Unterbewusstsein ein und fühlt sich immer stimmiger an. Du wirst merken, dass du dich sicherer und glücklicher in Bezug auf deinen Körper und deine Sexualität fühlst.

Selbstliebe-Tipp 5: Sei geduldig und liebevoll mit dir

Wenn du etwas Neues (in deiner Sexualität) lernst, wird das mal super laufen und es wird auch mal Rückschläge geben. Vielleicht hast du mal wundervoll erfüllenden Sex – und beim nächsten Mal fühlt sich doch wieder etwas komisch an und du traust dich nicht, das anzusprechen. Gerade aus solchen Situationen kannst du aber am meisten lernen – und beim nächsten Mal schon einen einen kleinen Fortschritt erkennen.

Was ich damit sagen will ist: Übung macht den Meister! Und jeder Lernprozess braucht Geduld.

 

Wenn ein kleines Kind Laufen lernt, und es fällt hin, schimpfst du ja nicht deswegen mit ihm. Du lässt es weiter probieren, oder wenn es weint, nimmst du es vielleicht in den Arm und tröstest es.

Und genauso liebevoll und geduldig darfst du auch mit dir selbst umgehen. GERADE dann, wenn es dir mal nicht so gut geht!

Selbstliebe-Tipp 6: Erschaffe dir die Sexualität, die zu dir passt

Ein wichtiger Teil von Selbstliebe ist auch, dir zu vertrauen. Dir zu vertrauen, dass du dir das Leben erschaffen kannst, das du dir wünschst. Und genauso kannst du dir auch die Sexualität erschaffen, die du dir wünschst – und die zu dir passt. Fernab von dem, was dir vielleicht von deinen Eltern vermittelt wurde, oder was du in Pornos und Hollywoodfilmen siehst.

  • Mit welchen Menschen und in welcher Art von Beziehungen möchtest du Sex haben?
  • Was für ein Grundgefühl oder für eine Energie sollte dieser Sex haben?
  • Wo und wie soll er stattfinden?
  • Vielleicht gibt es auch gar nicht nur eine Art von Sex, die zu dir passt, sondern vielleicht willst du viel Abwechslung und öfter mal was Neues, oder je nach Gefühlslage etwas Anderes?

All das ist völlig legitim und sehr individuell – und es verändert sich auch im Laufe deines Lebens.

Also begib dich auf deine Entdeckungsreise zu erfüllendem Sex – und bleib offen für ganz neue Wege, die es zu entdecken gilt.

Selbstliebe-Tipp 7: Feiere, was du schon erreicht hast!

Schau mal zurück, was du allein in diesem Jahr alles erreicht hast:

  • Welche Wunder und wie viel Liebe du in die Welt gebracht hast.
  • Wie du dich dabei verändert hast.
  • Wie du dein Liebesleben verändert hast.

Und dann schau mal zurück auf die letzten 10 Jahre – und auf dein ganzes Leben!

Ist es nicht großartig, was du schon alles erreicht, welche Hürden du überwunden hast?

Klopf dir dafür ruhig mal anerkennend auf die Schulter und schenke dir ein großes Lächeln! Oder belohne dich mit ein paar Wohlfühlstunden, einem Gourmet-Essen, vielleicht sogar einer Party?

Du kannst das übrigens auch zu einer täglichen Praxis machen: bevor du abends einschläfst, überlege dir, was du heute alles Gutes getan, gedacht und gesagt hast. Und freu dich, dass du morgen hoffentlich einen weiteren Tag hast, um noch mehr Gutes in die Welt zu bringen und dich selbst lieben zu lernen.