• Wir haben 3 mal in der Woche Sex.
  • Ich denke 3 mal täglich an Sex.
  • Ich komme nach 3 Minuten.
  • Ich komme beim Sex mit meinem Partner nicht.
  • Ich bin in einer Beziehung und masturbiere regelmäßig.
  • Ich stehe darauf, beim Sex geschlagen zu werden.

Ist das normal?

Hast du dich auch schon mal gefragt, ob in deiner/eurer Sexualität alles normal ist? Ob du normal bist – und ob du normale sexuelle Vorlieben hast?

In diesem Video und Blog erfährst du alles darüber, was beim Sex 2019 normal ist. Und warum die Frage, was beim Sex normal ist, vielleicht nicht die Frage ist, die du dir stellen solltest.

Warum ist es dir wichtig, normalen Sex zu haben?

Fragst du dich genauso oft, ob dein Essensgeschmack oder deine Urlaubsgestaltung „normal“ sind? Vermutlich nicht, oder? In diesen Bereichen ist nämlich gesellschaftlich akzeptiert, einen eigenen, ganz individuellen Geschmack zu haben.

Beim Sex dagegen wollen die Meisten „normal“ sein.

Was du aber vielleicht eigentlich wissen willst, ist, ob du dem Durchschnitt entsprichst – und ob du OK bist, so wie du bist.

Das ist 2019 normal beim Sex

Nehmen wir mal einen Moment an, normal und durchschnittlich, wären das gleiche. Dann wäre folgendes in Deutschland normal:

  • Normal ist, dass du dich für deinen Körper schämst und dich fragst, wie du gerade aussiehst.
  • Normal ist, dich zu sorgen, ob alles funktioniert– ob du kommst, ob deine Vagina feucht wird, ob du zu früh kommst, ob dein Penis steif wird und bleibt.
  • Normal ist, dass du dich mehr um das Vergnügen des Partners*in sorgst, als dass du selbst genießt.
  • Normal ist, dass Sex in längeren Beziehungen – und nach Geburten – immer seltener wird – und manchmal sogar ganz verebbt.
  • Normal ist, dass sich viele damit abfinden oder fremdgehen.
  • Normal ist, nicht mit dem Partner über Sex zu sprechen – und auch selten mit anderen.
  • Normal ist, Schmerzen oder ungewollte Praktiken zu ertragen und zu hoffen, dass es schnell aufhört.
  • Normal ist, dass du nicht so genau weißt, was dein*e Partner*in mag.
  • Normal ist, Geschlechtsverkehr und Sex gleichzusetzen – und alles andere als „Vorspiel“ abzuwerten.

Willst du wirklich normal bzw. durchschnittlich im Bett sein?

Aus meiner Sicht macht es keinen Sinn, in Kategorien von normal und abnormal zu sprechen, wenn es um Sexualität geht. Jeder hat seinen*ihren ganz eigenen sexuellen Ausdruck – also individuelle Vorlieben, Wünsche, Fantasien.

Und das sollten wir feiern, statt einen Großteil dieser Ausdrucksformen als abnormal und damit peinlich und nicht kommunizierbar zu verurteilen!

Das, was wir heute normal finden – z.B. Sex vor der Ehe, Homosexualität, Oralsex – war vor 100 Jahren noch unaussprechlich. Dass eine Geschichte wie 50 Shades of Grey so populär werden kann und das Geschehen in unseren Schlafzimmern beeinflusst, war vor 10 Jahren noch undenkbar.

Was wir beim Sex als normal empfinden (und was nicht), wird also von unserer Kultur geprägt. Und es ändert sich ständig! Es geht hier also nicht um „natürlich“ oder „unnatürlich“, sondern um eine komplett willkürliche Einteilung. Und wenn du dir das vor Augen führst, dann öffnet es eine Tür zu einer riesigen neuen Welt voller erotischer Möglichkeiten!

Dein individueller erfüllender Sex

Wenn du deine Messlatte verschiebst – von „normalem Sex“ – hin zu deinem ganz individuellen, erfüllendem Sex – wie sehe dein ganz persönliches Idealbild aus?

  • Was macht Sex für dich erfüllend? Ist es Genuss, Ekstase? Ist es Nähe und Intimität? Sind es bestimmte Dinge, die du tust? Spannung? Entspannung? Das Gefühl, begehrenswert zu sein? Dich besonders männlich oder weiblich zu fühlen? Etwas ganz Anderes?
  • Was von dem, was du bereits erleben durftest, würdest du als erfüllenden Sex bezeichnen? Was hat ihn so erfüllend gemacht?
  • Gibt es Fantasien, die du endlich ausprobieren möchtest?
  • Was möchtest du mehr in deinem Liebesleben haben?
  • Wovon in deiner Sexualität möchtest du dich verabschieden?

Rede mit deinem Partner*in

Wenn du dann weißt, was du dir wünschst: rede darüber mit deinem Partner*in. Das schafft zum Einen mehr Nähe und Intimität, weil du dich wirklich zeigst – und implizit auch deinen Partner*in dazu einlädst. Zum Anderen steigen so deine Chancen, dass sich euer Liebesleben auch in die gewünschte Richtung verändert.

Klar kann es sein, dass dein Partner*in ganz andere Vorlieben hat – dann steht ihr jetzt am Anfang einer spannenden Entdeckungsreise, wie ihr Eure gemeinsame erfüllende Sexualität kreieren könnt. Eine Sexualität, die für Euch beide passt.

Fang gleich heute an!

Natürlich liegt es bei aller Individualität immer noch in deiner Verantwortung dafür zu sorgen, dass Sex immer im gegenseitigen Einverständnis – also Consent – passiert. Und dass du dabei auf eure Gesundheit achtest – also Safer Sex praktizierst.

Innerhalb dieses Rahmens – Consent & Safer Sex – kannst du also gleich heute anfangen, deine individuelle Sexualität zu feiern und Stückchen für Stückchen mehr zu leben. Ich wünsche dir viel Freude und Wachstum dabei!